Kernargument Kosten
Bei neuen Reaktoren tragen Steuerzahler und Investoren das Risiko
Neue große Reaktoren erfordern enorme Anfangsinvestitionen. Danach fallen jahrelang Finanzierungskosten an, bevor erstmals Strom verkauft wird. Laut IPCC dauerten Erstprojekte neuer Bauarten in Nordamerika und Europa mehr als 13 Jahre und kosteten das Drei- bis Vierfache ihres ursprünglichen Budgets.
Moderne Reaktoren können technisch Laständerungen folgen. Die OECD/NEA bezeichnet einen gleichmäßigen Grundlastbetrieb dennoch als wirtschaftlichsten Betriebsmodus: Bei gedrosselter Leistung sinken die Stromerlöse, während Finanzierung und die meisten Fixkosten weiterlaufen.
Warum dies für Neubauten relevant ist
Wenn die Mittel für den Klimaschutz begrenzt sind, sollten Projekte mit verlässlicheren Kosten und Fertigstellungsterminen Vorrang haben.
Was zu berücksichtigen ist
Bestehende Reaktoren sind gesondert zu betrachten und können wirtschaftlich wettbewerbsfähig sein. Auch die Bilanz bei Neubauten unterscheidet sich je nach Region. Standardisierte Projekte in Ostasien wurden schneller fertiggestellt. Kostenüberschreitungen sind also nicht unvermeidlich. Ein flexibler Reaktorbetrieb ist technisch möglich und kann das Netz unterstützen.
Quellen (4)
- IPCC AR6 WGIII, Chapter 6: Energy Systems Abschnitt 6.4.2.4 behandelt Bauzeiten, Kosten- und Terminüberschreitungen, Anfangsinvestitionen und regionale Gegenbeispiele.
- IEA, The Path to a New Era for Nuclear Energy (2025) Die Zusammenfassung behandelt Finanzierung, Umsetzungsrisiken, die Konzentration im Brennstoffkreislauf und an Bedingungen geknüpfte SMR-Szenarien.
- IEA, Nuclear Power and Secure Energy Transitions (2022) Die Zusammenfassung bewertet die Wirtschaftlichkeit von Laufzeitverlängerungen bestehender Reaktoren getrennt von Neubauten.
- OECD/NEA, Technical and Economic Aspects of Load Following with Nuclear Power Plants (2021) Zusammenfassung und Bericht erläutern den Lastfolgebetrieb und warum gleichmäßiger Grundlastbetrieb am einfachsten und wirtschaftlichsten bleibt.